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Phantom Corporation

Phantom Corporation - Time And Tide


Soooo, Leute, jetzt bin auch mal am Start, um Phantom Corporation, wie viele andere auch, endlich Honig um ihre zarte Schnuten zu schmieren, denn immerhin wurde ihr zweiter, sehr gelungener Longplayer namens „Time And Tide“, veröffentlicht über Supreme Chaos Records, bereits im Dezember letzten Jahres auf uns losgelassen. Von der Band bisher immer sehr angetan, habe ich die Scheibe natürlich vorbestellt und war sehr gespannt, was Marc-Andrée Dieken (Drums), Philipp Schulte (Gitarre), Arne Berents (Gitarre), Leif Jensen (Gesang) und der dieses Mal auch am Schaffensprozess mitbeteiligte Ulf Imwiehe (Bass) so Feines für uns am Start haben würden.

Es wird auch nicht lange gefackelt und nach einem coolen, sich langsam aufbauenden Riff geht es dann auch gleich, wie wir es von Phantom Corporation gewohnt sind, ordentlich feurig ab! Wer diese famose Truppe noch nicht kennen sollte, kann sich eine sehr geile Mischung aus Death Metal, Crustpunk und 80er Jahre-Thrash Metal vorstellen, welche wahrlich sehr packend und intensiv aus den Boxen scheppert und mir persönlich mal wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht zimmert. Die Band ist ihrem Grundsound weiterhin treu geblieben und hat für meine Ohren dieses Mal nur ein bisschen mehr Metal in den blubbernden Hexenkessel geworfen. Der Crust ist natürlich immer noch omnipräsent und Phantom Corporation bzw. ihre Songwriter Arne, Philip und Ulf haben wirklich den Dreh raus, diesen mit saugeilem Death und Thrash so zu kombinieren, dass das Endergebnis einfach nur mächtig gewaltig ist! Mir gehen ja alle drei Stile immer sehr gut rein und alles miteinander vermengt, vor allem in dieser Qualität, ist schon eine sehr geile Angelegenheit. Messerscharfe Riffs und direkt und ohne Gnade wirkende Rhythmen gibt es hier wirklich noch und nöcher! Eure Ohren werden es mit großer Freude aufnehmen und eure Hirne hauen auch sofort den Befehl raus, zu diesem akustischen Crossover abgehen zu müssen. Zu zwingend wirkt das Songwriting als dass es euch kalt lassen wird, jawoll! Und das Ganze ist dabei immer so richtig schön heavy, heftig und ordentlich angepisst, was ja bei so einem Sound auch ein absolutes Muss ist - und letztendlich kann nichts Anderes aus so einem Schmelztiegel resultieren. Wie von ihrem bisherigen Songmaterial bekannt, geht es trotz aller direkten Ruppigkeit keineswegs stumpf zur Sache. Die dynamischen Kompositionen sind sehr variabel strukturiert. für mich dieses Mal sogar nochmal etwas mehr als bisher und klingen meiner Meinung nach auf „Time And Tide“ dabei auch noch düsterer, dichter und wütender. Generell wirken die neuen Songs trotz ihrer straighten Ausrichtung etwas verspielter und es haben sich öfter mal mal coole Melodien (teils mit Göteburg-Flair) eingeschlichen, die der Scheibe wirklich gut zu Gesicht stehen. Beim letzten Song „Western Apocalypse“ wird es zum Ende hin sogar doomig und das hat für mich ja schon fast was, auch in Anbetracht der textlichen Stimmung von „Dead Europe“, dem Abschlusssong von Erosions Killerscheibe „III“. Was Wut, Wucht, Drive und Aggression auf „Time And Tide“ angeht, kommt mir diese leider nicht mehr existierende Hamburger Band und vor allem „III“ eh immer wieder mal in den Kopf, auch wenn Phantom Corporation weniger Thrash-lastig klingen. Die ganze Energie der Songs bringt natürlich nichts, wenn die Band das Material eher halbherzig einspielt, was bei dieser Band auch nie der Fall war und sein wird. Und so ist die Spielfreude auch mal wieder sehr hoch, denn egal ob es mal ausgespielter, aufs Maul, etwas gedämpfter im Tempo oder kurz und knapp und fast schon in den Grind rutschend - Arne, der im Studio alle Gitarren eingespielt hat (Philipp hat nur beim letzten Song die Akustikgitarre eingespielt und die Gast-Lead-Gitarre bei „Dead Of Night“ ist von Jonas Khalil) bringt seine sechs Saiten erbarmungslos, präzise und voller metallischer Passion zum Glühen! Das Gleiche gilt natürlich auch für Ulf, der mit seinem Bass ein fettes Fundament für die brachiale Attacken aufbaut, und für das sehr lebendige und auf den Punkt gebrachte Drumming von Marc. Ihr könnt halt richtig hören, dass die Herren so richtig Bock drauf hatten, das herrlich intensive Material einzuzimmern und der Funke springt auch sofort beim Hören auf euch über!

Achtung... tollwütiger und arg angepisster Straßenköter beißt und pöbelt sich durch die Gegend! Jawoll, es ist natürlich die Rede von Leif und seinem Brutaloorgan, mit welchem er mal wieder aufs Beste diesen Tonträger veredelt und das Aggro-Potential noch ein paar Latten höher legt! Meine Fresse, was röhrt dieser Herr wieder herrlichst in der Gegend herum. Für mich schon seit Dew-Scented-Zeiten ein Sänger, der aus der Masse sofort herauszuhören ist und mich seit jeher mit seinem derb-wuchtigen, aber differenzierten und herrlich kratzigem und mit Hardcore-Wut gespeistem Death-/Thrash-Geschreie total zu begeistern weiß. Und das ist bei Phantom Corporation selbstverständlich genauso der Fall, denn meiner Meinung nach passt zu ihrer Musik niemand besser dazu als Leif. Einfach nur Killer! Und es wirklich beeindruckend und herrlich, mit welcher Inbrunst, Wut und Kraft er die zornigen, gesellschaftskritischen, düsteren, teils persönlichen oder auch mal Fantasy-mäßigen Texte von Philipp und Ulf in diese fertige Welt hinaus gröhlt und schreit. Unterstützung erhält er dabei in zwei Duetten und zwar bei „Dead Of Night“ von Philipp und bei „Crisis“ von Ulf. Kommt echt geil rüber. Genauso wie diese herrlich HC-/Thrash-Backing-Shouts, bei denen neben den beiden eben genannten auch noch Marc und Arne ihr Goldkehlchen erklingen lassen. Piekfeine Sache!

Ihr wollt noch ein bisschen mehr über die Texte, ihre Intention oder generell über Phantom Corporation erfahren? Dann kann ich euch diesbezüglich die aktuelle Ausgabe des grandiosen Mørkeskye-Zines wärmstens empfehlen, in dem Obertroll Thor ein sehr interessantes, informatives und auch persönliches Interview mit Ulf führt. Lohnt sich!

Soundtechnisch ist auch alles allerbestens, denn wer bei bei Jörg Uken und seinem Soundlogde Studio einkehrt, weiß zwei Dinge: Erstens die Produktion wird einfach nur geil werden und zweitens wird der Sound nicht von Stange sein, sondern zur Band passend. Bei einer Band wie Phantom Corporation gilt es ja, die dynamische Kraft ihrer Songs einzufangen und gleichzeitig die Feinheiten des Songwritings herauszukitzeln und sie gut in Szene zu setzen. All das ist Jörg absolut gelungen und sogar noch besser als beim letzten Mal. Muss ja auch erst mal geschafft werden. Im Vergleich zu „Fallout“ ist die Produktion für meine Ohren lauter, voluminöser, erdiger, düsterer, kompakter und differenzierter ausgefallen. Sie versprüht gleichzeitig noch mehr Crust-Flair als beim Vorgänger und hat dabei auch noch diese rohe und schwere Wucht von alten Thrash-Klassikern wie „Pleasure To Kill“ (alte Kreator hat die Band ja auch schon gecovert) und „Torment In Fire“ inne. Generell kickt der Sound noch eine Runde geiler aus den Boxen und er ist wirklich wie gemacht für die Band. Die Gitarre röhrt schön kratzig, fett, feurig und derbe daher, während Ulfs wummernder Bass gleichberechtigt zur Gitarre agiert, also nicht im Hintergrund untergeht. Am Basssound gefällt mir zusätzlich, dass er im Klang auch noch diese helleren bzw. höheren Bereiche inne hat, was mich ein bisschen an D.D. Verni erinnert. Dazu gibt es dann noch total gelungene, natürliche Drums, bei denen du das Gefühl hast, direkt daneben zu stehen, wenn es gespielt wird, soll heißen, das Schlagzeug klingt auch tatsächlich noch nach solchem. Gefällt mir echt gut. Genauso wie der Gesang abgemischt wurde, denn dieser schallt ordentlich aus der Mitte heraus. Das daraus resultierende brodelnde Gemisch mit Live-Touch hat es echt in sich und klingt einfach nur super und absolut passend!

Also Songs geil, Gesang geil, Produktion geil, dann fehlt nur noch ein viertes Mal geil und zwar für die sehr gelungene Aufmachung (Cover/Layout) von Skurktur, einem Design- und Illustrationsstudio aus Oslo. Im Zentrum des tollen Artworks steht in einem kargen Tal mit einem stürmischen Nachthimmel als Hintergrund ein antiker wirkender Säulenbau wie ein Monolith, der eine Sanduhr in sich trägt. Der Sand scheint mir in diesem Fall aber eher Knochenstaub zu sein, denn der obere Teil ist mit Schädeln gefüllt. Dieser Staub verbleibt aber nicht im Glas, sondern fließt wie ein Bach aus einem Portal heraus, die Treppen herunter zu einem Abgrund hin und entschwindet ins Nichts. Ihr seht schon: Das Ganze ist sehr symbolisch gehalten, wozu die separaten Zeichnungen einer Schlange, einer Spinne, zwei miteinander von einer Schnur zusammengehaltenen Knochen und einem von einer Kette umschlossenes Auge sehr gut passen. Wirklich sehr geile Motive, die zudem auch total toll gezeichnet sind und durch die schwarzen und grauen Töne ein sehr düster-bedrohliche Stimmung verbreiten. Die Abtrennung der einzelnen Komponenten erfolgt durch ockerfarbene Linien, welche alles aber auch gleichzeitig verbinden und im Gesamten durch ihre Führung auch was von einer Gebäudestruktur haben. Dazu das coole Bandlogo und der Albumtitel, beides ebenfalls in Ocker, und fertig ist ein sehr gelungenes Artwork, das Blicke auf sich ziehen wird, und für mich wie ein Jugendstil-Plakat aussieht, das durch eine Absinth-getränkten Albtraum wirkt. Klasse! Die Spinne und das Auge finden sich auch einzeln in der Hülle wieder, und auf der CD gibt es einen garstig wirkenden Hundertfüßer zu bestaunen. Das matt-schwarze Booklet an sich wirkt angenehm aufgeräumt und so könnt ihr euch in Ruhe den Texten und den Credits widmen. Das geile Rabenmotiv taucht übrigens auch wieder auf und ein cooles S/W-Bandphoto, geschossen von Jörgs Frau Melanie, mit herrlichem 80er-Thrash Metal-Hinterhof-Flair gibt es auch noch dazu. Ich bin von der ganzen Aufmachung echt sehr angetan und die Band ist sicherlich auch sehr glücklich, dass ihre Scheibe optisch so toll abgerundet wird. Das von mir eben besprochenen Digipack ist limitiert, aber falls es vergriffen sein sollte, gibt es immer noch die Jewelcase-Version, die sich abgesehen vom Hüllenmaterial nicht groß unterscheiden sollte. Lecker Vinyl gibt es natürlich auch und zwar in den Varianten Klassisch Schwarz, in oranger (150 Stück) oder hell-rostiger (100 Stück) Marmorierung und in orange-schwarzem Splatter (100 Stück)! Die Hülle sowie das Inlay haben einen matten Druck und sind in ihrer Haptik sicherlich nicht unähnlich meinem Digipack. Und dann gibt es die famose Scheibe auch noch auf lecker Magnetband und zwar entweder als schwarzes (100 Stück) Tape und 50 mal in einem sehr cool aussehendem durchsichtigen Lilaton. Ihr habt also die Qual der Wahl!


Mit ihren zweiten, abermals über Supreme Chaos Records veröffentlichten Longplayer „Time And Tide“ kredenzen uns Phantom Corporation abermals eine grandiose und intensive Mischung aus Death Metal, Crustpunk und 80er Jahre-Thrash Metal, die es in allen Belangen in sich hat und bei der die Luftgitarre schon sehnsüchtig an der Tür kratzt, wenn die Scheibe anfängt zu laufen und sich eure Nackenmuskulatur voller Vorfreude schon mal aufwärmt, wohl wissend was gleich passieren wird!
Soooo, Leute, jetzt bin auch mal am Start, um Phantom Corporation, wie viele andere auch, endlich Honig um ihre zarte Schnuten zu schmieren, denn immerhin wurde ihr zweiter, sehr gelungener Longplayer namens „Time And Tide“, veröffentlicht über Supreme Chaos Records, bereits im Dezember letzten Jahres auf uns losgelassen. Von der Band bisher immer sehr angetan, habe ich die Scheibe natürlich vorbestellt und war sehr gespannt, was Marc-Andrée Dieken (Drums), Philipp Schulte (Gitarre), Arne Berents (Gitarre), Leif Jensen (Gesang) und der dieses Mal auch am Schaffensprozess mitbeteiligte Ulf Imwiehe (Bass) so Feines für uns am Start haben würden.

Es wird auch nicht lange gefackelt und nach einem coolen, sich langsam aufbauenden Riff geht es dann auch gleich, wie wir es von Phantom Corporation gewohnt sind, ordentlich feurig ab! Wer diese famose Truppe noch nicht kennen sollte, kann sich eine sehr geile Mischung aus Death Metal, Crustpunk und 80er Jahre-Thrash Metal vorstellen, welche wahrlich sehr packend und intensiv aus den Boxen scheppert und mir persönlich mal wieder ein fettes Grinsen ins Gesicht zimmert. Die Band ist ihrem Grundsound weiterhin treu geblieben und hat für meine Ohren dieses Mal nur ein bisschen mehr Metal in den blubbernden Hexenkessel geworfen. Der Crust ist natürlich immer noch omnipräsent und Phantom Corporation bzw. ihre Songwriter Arne, Philip und Ulf haben wirklich den Dreh raus, diesen mit saugeilem Death und Thrash so zu kombinieren, dass das Endergebnis einfach nur mächtig gewaltig ist! Mir gehen ja alle drei Stile immer sehr gut rein und alles miteinander vermengt, vor allem in dieser Qualität, ist schon eine sehr geile Angelegenheit. Messerscharfe Riffs und direkt und ohne Gnade wirkende Rhythmen gibt es hier wirklich noch und nöcher! Eure Ohren werden es mit großer Freude aufnehmen und eure Hirne hauen auch sofort den Befehl raus, zu diesem akustischen Crossover abgehen zu müssen. Zu zwingend wirkt das Songwriting als dass es euch kalt lassen wird, jawoll! Und das Ganze ist dabei immer so richtig schön heavy, heftig und ordentlich angepisst, was ja bei so einem Sound auch ein absolutes Muss ist - und letztendlich kann nichts Anderes aus so einem Schmelztiegel resultieren. Wie von ihrem bisherigen Songmaterial bekannt, geht es trotz aller direkten Ruppigkeit keineswegs stumpf zur Sache. Die dynamischen Kompositionen sind sehr variabel strukturiert. für mich dieses Mal sogar nochmal etwas mehr als bisher und klingen meiner Meinung nach auf „Time And Tide“ dabei auch noch düsterer, dichter und wütender. Generell wirken die neuen Songs trotz ihrer straighten Ausrichtung etwas verspielter und es haben sich öfter mal mal coole Melodien (teils mit Göteburg-Flair) eingeschlichen, die der Scheibe wirklich gut zu Gesicht stehen. Beim letzten Song „Western Apocalypse“ wird es zum Ende hin sogar doomig und das hat für mich ja schon fast was, auch in Anbetracht der textlichen Stimmung von „Dead Europe“, dem Abschlusssong von Erosions Killerscheibe „III“. Was Wut, Wucht, Drive und Aggression auf „Time And Tide“ angeht, kommt mir diese leider nicht mehr existierende Hamburger Band und vor allem „III“ eh immer wieder mal in den Kopf, auch wenn Phantom Corporation weniger Thrash-lastig klingen. Die ganze Energie der Songs bringt natürlich nichts, wenn die Band das Material eher halbherzig einspielt, was bei dieser Band auch nie der Fall war und sein wird. Und so ist die Spielfreude auch mal wieder sehr hoch, denn egal ob es mal ausgespielter, aufs Maul, etwas gedämpfter im Tempo oder kurz und knapp und fast schon in den Grind rutschend - Arne, der im Studio alle Gitarren eingespielt hat (Philipp hat nur beim letzten Song die Akustikgitarre eingespielt und die Gast-Lead-Gitarre bei „Dead Of Night“ ist von Jonas Khalil) bringt seine sechs Saiten erbarmungslos, präzise und voller metallischer Passion zum Glühen! Das Gleiche gilt natürlich auch für Ulf, der mit seinem Bass ein fettes Fundament für die brachiale Attacken aufbaut, und für das sehr lebendige und auf den Punkt gebrachte Drumming von Marc. Ihr könnt halt richtig hören, dass die Herren so richtig Bock drauf hatten, das herrlich intensive Material einzuzimmern und der Funke springt auch sofort beim Hören auf euch über!

Achtung... tollwütiger und arg angepisster Straßenköter beißt und pöbelt sich durch die Gegend! Jawoll, es ist natürlich die Rede von Leif und seinem Brutaloorgan, mit welchem er mal wieder aufs Beste diesen Tonträger veredelt und das Aggro-Potential noch ein paar Latten höher legt! Meine Fresse, was röhrt dieser Herr wieder herrlichst in der Gegend herum. Für mich schon seit Dew-Scented-Zeiten ein Sänger, der aus der Masse sofort herauszuhören ist und mich seit jeher mit seinem derb-wuchtigen, aber differenzierten und herrlich kratzigem und mit Hardcore-Wut gespeistem Death-/Thrash-Geschreie total zu begeistern weiß. Und das ist bei Phantom Corporation selbstverständlich genauso der Fall, denn meiner Meinung nach passt zu ihrer Musik niemand besser dazu als Leif. Einfach nur Killer! Und es wirklich beeindruckend und herrlich, mit welcher Inbrunst, Wut und Kraft er die zornigen, gesellschaftskritischen, düsteren, teils persönlichen oder auch mal Fantasy-mäßigen Texte von Philipp und Ulf in diese fertige Welt hinaus gröhlt und schreit. Unterstützung erhält er dabei in zwei Duetten und zwar bei „Dead Of Night“ von Philipp und bei „Crisis“ von Ulf. Kommt echt geil rüber. Genauso wie diese herrlich HC-/Thrash-Backing-Shouts, bei denen neben den beiden eben genannten auch noch Marc und Arne ihr Goldkehlchen erklingen lassen. Piekfeine Sache!

Ihr wollt noch ein bisschen mehr über die Texte, ihre Intention oder generell über Phantom Corporation erfahren? Dann kann ich euch diesbezüglich die aktuelle Ausgabe des grandiosen Mørkeskye-Zines wärmstens empfehlen, in dem Obertroll Thor ein sehr interessantes, informatives und auch persönliches Interview mit Ulf führt. Lohnt sich!

Soundtechnisch ist auch alles allerbestens, denn wer bei bei Jörg Uken und seinem Soundlogde Studio einkehrt, weiß zwei Dinge: Erstens die Produktion wird einfach nur geil werden und zweitens wird der Sound nicht von Stange sein, sondern zur Band passend. Bei einer Band wie Phantom Corporation gilt es ja, die dynamische Kraft ihrer Songs einzufangen und gleichzeitig die Feinheiten des Songwritings herauszukitzeln und sie gut in Szene zu setzen. All das ist Jörg absolut gelungen und sogar noch besser als beim letzten Mal. Muss ja auch erst mal geschafft werden. Im Vergleich zu „Fallout“ ist die Produktion für meine Ohren lauter, voluminöser, erdiger, düsterer, kompakter und differenzierter ausgefallen. Sie versprüht gleichzeitig noch mehr Crust-Flair als beim Vorgänger und hat dabei auch noch diese rohe und schwere Wucht von alten Thrash-Klassikern wie „Pleasure To Kill“ (alte Kreator hat die Band ja auch schon gecovert) und „Torment In Fire“ inne. Generell kickt der Sound noch eine Runde geiler aus den Boxen und er ist wirklich wie gemacht für die Band. Die Gitarre röhrt schön kratzig, fett, feurig und derbe daher, während Ulfs wummernder Bass gleichberechtigt zur Gitarre agiert, also nicht im Hintergrund untergeht. Am Basssound gefällt mir zusätzlich, dass er im Klang auch noch diese helleren bzw. höheren Bereiche inne hat, was mich ein bisschen an D.D. Verni erinnert. Dazu gibt es dann noch total gelungene, natürliche Drums, bei denen du das Gefühl hast, direkt daneben zu stehen, wenn es gespielt wird, soll heißen, das Schlagzeug klingt auch tatsächlich noch nach solchem. Gefällt mir echt gut. Genauso wie der Gesang abgemischt wurde, denn dieser schallt ordentlich aus der Mitte heraus. Das daraus resultierende brodelnde Gemisch mit Live-Touch hat es echt in sich und klingt einfach nur super und absolut passend!

Also Songs geil, Gesang geil, Produktion geil, dann fehlt nur noch ein viertes Mal geil und zwar für die sehr gelungene Aufmachung (Cover/Layout) von Skurktur, einem Design- und Illustrationsstudio aus Oslo. Im Zentrum des tollen Artworks steht in einem kargen Tal mit einem stürmischen Nachthimmel als Hintergrund ein antiker wirkender Säulenbau wie ein Monolith, der eine Sanduhr in sich trägt. Der Sand scheint mir in diesem Fall aber eher Knochenstaub zu sein, denn der obere Teil ist mit Schädeln gefüllt. Dieser Staub verbleibt aber nicht im Glas, sondern fließt wie ein Bach aus einem Portal heraus, die Treppen herunter zu einem Abgrund hin und entschwindet ins Nichts. Ihr seht schon: Das Ganze ist sehr symbolisch gehalten, wozu die separaten Zeichnungen einer Schlange, einer Spinne, zwei miteinander von einer Schnur zusammengehaltenen Knochen und einem von einer Kette umschlossenes Auge sehr gut passen. Wirklich sehr geile Motive, die zudem auch total toll gezeichnet sind und durch die schwarzen und grauen Töne ein sehr düster-bedrohliche Stimmung verbreiten. Die Abtrennung der einzelnen Komponenten erfolgt durch ockerfarbene Linien, welche alles aber auch gleichzeitig verbinden und im Gesamten durch ihre Führung auch was von einer Gebäudestruktur haben. Dazu das coole Bandlogo und der Albumtitel, beides ebenfalls in Ocker, und fertig ist ein sehr gelungenes Artwork, das Blicke auf sich ziehen wird, und für mich wie ein Jugendstil-Plakat aussieht, das durch eine Absinth-getränkten Albtraum wirkt. Klasse! Die Spinne und das Auge finden sich auch einzeln in der Hülle wieder, und auf der CD gibt es einen garstig wirkenden Hundertfüßer zu bestaunen. Das matt-schwarze Booklet an sich wirkt angenehm aufgeräumt und so könnt ihr euch in Ruhe den Texten und den Credits widmen. Das geile Rabenmotiv taucht übrigens auch wieder auf und ein cooles S/W-Bandphoto, geschossen von Jörgs Frau Melanie, mit herrlichem 80er-Thrash Metal-Hinterhof-Flair gibt es auch noch dazu. Ich bin von der ganzen Aufmachung echt sehr angetan und die Band ist sicherlich auch sehr glücklich, dass ihre Scheibe optisch so toll abgerundet wird. Das von mir eben besprochenen Digipack ist limitiert, aber falls es vergriffen sein sollte, gibt es immer noch die Jewelcase-Version, die sich abgesehen vom Hüllenmaterial nicht groß unterscheiden sollte. Lecker Vinyl gibt es natürlich auch und zwar in den Varianten Klassisch Schwarz, in oranger (150 Stück) oder hell-rostiger (100 Stück) Marmorierung und in orange-schwarzem Splatter (100 Stück)! Die Hülle sowie das Inlay haben einen matten Druck und sind in ihrer Haptik sicherlich nicht unähnlich meinem Digipack. Und dann gibt es die famose Scheibe auch noch auf lecker Magnetband und zwar entweder als schwarzes (100 Stück) Tape und 50 mal in einem sehr cool aussehendem durchsichtigen Lilaton. Ihr habt also die Qual der Wahl!


Mit ihren zweiten, abermals über Supreme Chaos Records veröffentlichten Longplayer „Time And Tide“ kredenzen uns Phantom Corporation abermals eine grandiose und intensive Mischung aus Death Metal, Crustpunk und 80er Jahre-Thrash Metal, die es in allen Belangen in sich hat und bei der die Luftgitarre schon sehnsüchtig an der Tür kratzt, wenn die Scheibe anfängt zu laufen und sich eure Nackenmuskulatur voller Vorfreude schon mal aufwärmt, wohl wissend was gleich passieren wird!

V.Ö.
12. Dezember 2025
Laufzeit
42:04
Tracklist
1. Frantic Disruption 04:16
2. Dead of Night 04:30
3. Crushed 03.59
4. Krokodil 01:31
5. Pound Of Flesh 02:42
6. To The Hilt 04:14
7. Time And Tide 04:17
8. Sorcerer 03:57
9. For All the Wrong Reasons 04:42
10. Crisis 02:21
11. Western Apocalypse 05:35
Line Up
Leif Jensen (Gesang)
Marc-Andrée Dieken (Drums)
Ulf Imwiehe (Bass)
Arne Berents (Gitarre)
Philipp Schulte (Gitarre)
9.5
10

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