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Rockharz

Festivalbericht Rockharz 2022

Und schon ist es wieder vorbei, das RockHarz 2022.
2 Jahre Pause, das war ungewohnt, das war doof. Gut, dass es endlich wieder losging.

Wie sehr alle darauf gefiebert hatten, hat man wohl am Dienstagmorgen erleben können/dürfen. Die Anreise wurde diesmal über zwei Zuläufe aufs Gelände ermöglicht, das hat ein wenig Verdreht von der Strasse genommen. Leider bildete sich trotzdem ein ziemlich langer Stau. Was sich wohl aber wenig vermeiden lässt, wenn eben alle auf einmal anreisen wollen. Die Security war auf jeden Fall wieder super freundlich und sichtbar gut gelaunt beim Einweisen. Bitte ladet hier Euren Kummer nicht an den Jungs ab. Die stehen 12-14h für Euch in der brütenden Sonne!

Der Dienstag gilt dann erstmal als Ankommen und Aufbauen Tag. Genauso gemütlich wie es klingt, ging es dann auch zu und es wurden die Nachbarn kennengelernt und ein wenig der Campground ergrundet, bevor es viel zu schnell Nacht wurde und der Tag sich dem Ende neigte.


Rockharz Festival 2022

06. – 09.07.2022
Flugplatz Ballenstedt

Headliner:
In Extremo, Powerwolf, The 69Eyes, Eluveitie
Besucher:
22000

Mittwoch

Redaktion:  Marcel Hübner
Mittwoch
Mittwoch ging es dann auch gleich schon in die vollen und es stand ein straffes Programm auf dem Arbeitszettel. Am Gelände hat sich nichts verändert. So kommt man gewohnt zur Doppelbühne und weiß bereits als eingefleischter Fan, wo alles zu finden ist.

Mutz, der sonst eigentlich im Hintergrund die Bühne managed, hat seine Blackeyed Bandit dabei und den spannenden Part des Openers übernommen. Was positiv auffällt: es sind bereits jetzt jede Menge Leute auf dem Gelände und vor der Bühne. Es geht also endlich wieder los. Mutz zockt routiniert den Auftritt runter und weiß dabei die Menge zu begeistern und zu steuern.

Und danach geht es auch lustig weiter mit einem Reigen aus Melodic, Fantasy Metal und mit Evil Invaders auch die ein wenig härtere Gangart. Genau für solche stilistischen Mixe ist das Rock Harz ja bekannt und bei uns im Verein auch beliebt.

Mit Agnostic Front gibt es ein Hardcore Urgestein zu erleben. Vielleicht nicht ganz der Massenkompatible Geschmack, vielleicht brauchen die Besucher hier aber auch nur, um in Gang zu kommen.

Grave Dinger und Beat in Black erfreuen sich da schon mehr Mitmach Mentalität. Und Katalyse holen mal wieder die Dampframme raus und zeigen, wo der Krachhammer am heutigen Tag hängt. Sepultura werden am heutigen Tag nicht mehr an diese Messlatte rankommen.

Als Tagesheadliner zwitschert Tarja noch ein wenig Ihre Opernlieder hernieder. Geschmack, sich drüber streiten… Ihr wisst, was wir meinen. Unsere Musik ist es nicht ganz.

Ein toller Festival Mittwoch neigt sich damit dem Ende. Fazit? Dunja, das Rockharz kann auch nach 2Jahren Pause Festival und zeigt dies auf sehr eindrucksvolle Weise. Vielleicht haben die Pausejahre auch die ein oder andere stille Verbesserung herbeigeführt. Aus unserer Sich gibts nichts zu meckern: tolle Essensstände über das Gelände verteilt; gute Getränke Auswahl und wie immer ein viel zu langer Besuch am Jacky Stand runden das Erscheinungsbild ab.

Donnerstag

Redaktion:  Marcel Hübner
Donnerstag
Es ist Donnerstag. Ein wenig sehr müde begeben wir uns aufs Infield. Enemy Inside haben den Slot des Openers und kämpfen gegen wenig Besucher und müde Gesichter an. Eine unerschütterliche Fanbase weiß aber in den ersten Reihen, bereits um die frühe Uhrzeit, frenetisch mitzufeiern.
Dass das Rockharz nah am Harz und somit nah am Wetter ist, merkt man dann bei Gernotshagen: Ein Regenschauer spielt der Band übel mit. Aber auch hier gibt es den ‚harten Kern‘ vor der Bühne, die es sich trotz Wetter nicht nehmen lassen, ihre Band abzufeiern. Asenblut hauen in dieselbe musikalische Kerbe und übernehmen locker das Ruder. Tetzel an sich hat schon einfach eine geniale Bühnenaura, der Ist seiner Kollegen kann aber locker mithalten und so ist die ‚Summe Asenblut‘ für einen gelungene Show absolut prädestiniert. Als Bonbon obendrauf: Alea der Bescheidene lief die ganze Zeit schon inkognito auf dem Festival umher und entert mit Asenblut für ein Lied die Bühne. Eine feine Überraschung.
Unzucht mussten leider krankheitsbedingt absagen. Covid ist halt doch noch ein wenig präsent.Der Schulz springt ein und macht mit seiner Solo Nummer einen großen Schritt nach vorne. Vor einer so vollen Bühne hat er wohl noch nicht gespielt. Nervosität ist ihm anzusehen, aber er wippt den Auftritt grandios.

Dark Funeral danach sind mal wieder ein Beispiel für Black Metal und Rockharz. Fans der härteren Gangart finden leider immer weniger Beachtung im Line Up des Rockharz und Dark Funeral am helllichten Tag spielen zu sehen, wirkt ein wenig komisch. Hinzukommen Ton Probleme. Nach den ersten Liedern fängt sich aber alles und die Herren zelebrieren ihre ‚Dark Art‘ vom Feinsten.

Das Thema Deutschrock ist ja jedes Jahr auf mindestens einem Slot zu finden. Unsere Mucke ist es nicht, daher gibt es zur Gotischen Front auch erstmal eine Bier/Jacky Pause.

Danach geht es mal wieder im wilden Stilmix weiter. Thundermother als gute Laune Rockband zwischen Dark Tranquillity und Subway to Sally wirkt schon skurril. Funktioniert aber hervorragend und es bekommt mal wieder jeder Fan sein Stück vom Kuchen. Subway to Sally sind Gernegroßen, die wohl immer für einen grandiosen, phänomenalen Auftritt sorgen. Und so durchzieht das Set auch wieder mal eine bunte Reise durch die Diskografie mit allerlei Mitgröhl Potential. Fast könnte man vergessen, dass der eigentliche Headliner noch bevorsteht.
Doch eine durchaus beachtliche Bühnen Dekoration verrät sofort, was da auf uns zu kommt: Powerwolf zelebrieren ihre dunkle Messe und huldigen wohl irgendwie allem und nichts. Attila hat sichtlich Spaß, reißt das Publikum mit. Ganz großes Kino und ein würdiger Abschluss des Tages.
Wobei Knasterbart noch den Rausschmeißer miemen und mit leichtem Liedgut den Angetrunkenen eine gelungene Mitgröhl Aktion darbieten.

Freitag

Redaktion:  Marcel Hübner
Freitag
Wir merken an dieser Stelle, dass wir auch alle älter werden. So ein vollständiger Festivaltag zehrt schon sehr und es ist gerade erst Freitag. Auf dem Anfield füllt es sich deutlich früher und es geht in einen tag voller Highlights. Bürden of Grief eröffnen und spielen nicht zum ersten Mal auf dem Rockharz. Solide und gelungen, so kann man den Opener Slot wohl am besten schreiben. Danach kommen wir zu unseren Lokal Lieblingen. Kambrium haben sich wohl längst über Braunschweig hinaus einen Namen gemacht und bieten ein professionelles Set mit unheimlich viel Groove und Mitschwingt Charakter an. Die Fanbase vor der Bühne verrät, dass die Band wohl immer beliebter wird.
Attic sorgen danach mal wieder für einen Stilbruch und präsentieren im schwarz/weiß angemalten Outfit Heavy Metal im Stile von King Diamond. _
Ost Front sind zwar ebenfalls angemalt, schlagen aber in eine gänzlich andere Kerbe. Neue deutsche Härte Fans finden hier vollen Anklang und vor der Bühne wird ordentlich gefeiert. Die Bands hat auch gefreut.
Finnische Folkore und Metal passt nicht zusammen? Moonsorrow sind da anderer Meinung. Und für mich wieder einmal eine Band, die viel zu früh spielt. Aber gut, sie sind auch nicht so massenkompatibel wie die großen Headliner zu späterer Stunde. Seit drum. Die Finnen wissen auch so zu begeistern und dürfen somit auch früher an den Schnapsstand.
Beim nächsten Umbau rückt der Nachwuchs in den Fokus. Deserted Fear haben ihren kleinen Sohnemann dabei und dieser übt fleißig auf seiner eigenen Klampfe in Papa Manuels Stapfen zu treten. Der Sänger ist sichtlich stolz und schnell posen alle Deserted Fearer mit dem Nachwuchs. Den Auftritt selber genießt der Sohn dann von hinter der Bühne.

Danach wird es ein wenig ernster. Jinjer betreten die Bühne und haben natürlich eine wichtige Botschaft bezüglich ihrer Heimat im Gepäck. Als Musiker ist ihnen ihre Botschafter Rolle durchaus ernst und das verfassen sie auch in ein paar ernste Worte zur Ansprache. Der Erlös des Merchs geht an Organisation zur Hilfe in die Ukraine. Schwere Kost auf einem eigentlich fröhlichen Festival.

Finntroll haben danach die Aufgabe, die Stimmung zu halten und schaffen dies auch mit Bravur. Wer die wildgewordenen Mannen schon einmal auf der Bühne erlebt hat, weiß um die unglaubliche Bühnenpräsenz und die ultimative gute Laune, die instant rüberschwappt. Ensiferum nehmen die Messlatte auf und heben sie gleich ein Stück höher. Wenig Pause für das Publikum. Aber hey, dafür sind wir ja hier.
Bei Steel Panther haben wir dann endlich mal wieder eine Pause. Sorry, aber hier sehe ich unnötig Geld zum Fenster rausgeschmissen. Die Show ist okay, zielt aber irgendwie immer wieder auf halbnackte Frauen auf der Bühne ab. Wenig lustig. Aber es gibt wohl genügend Fans und eben auch Frauen, die das unbedingt mitmachen müssen. Erfolg gibt Recht und so.

Mit ASP gibt es dann mal wieder einen erfreulichen Dauergast des Rockharz zu bewundern. Der Auftritt ist an sich eine in Melancholie getauchte Fröhlichkeit. Ich will brennen gröhlt dann ich so ziemlich jeder vor der Bühne mit. Es ist immer wieder fein, seinem Auftritt beiwohnen zu dürfen.

Ein für mich persönlichem Highlight ist dann noch der Closer des Abends. 69 Eyes sind spätestens seit dem Film The Crow unsterblich. Eine ewige Jugenderinnerung. Der Auftritt katapultiert mich wieder 22 Jahre zurück. Vielleicht mag es auch an dem ein oder anderen Tropfen Alkohol liegen. Die Stimmung ist jedenfalls sehr ausgelassen und ein großartiger Freitag verabschiedet sich in die Nacht.

Samstag

Redaktion:  Marcel Hübner
Samstag
Das letzte Aufbäumen oder aber: Es ist Samstag. Das Festival ist mittlerweile deutlich voran geschritten und vielleicht gilt es noch einmal kurz inne zu halten und nach rechts und links zu schauen. Was ist gut, was ist schlecht?
Die Park Situation ist in diesem Jahr durch das striktere Einweisen besser geworden. Auch die reservierten Flächen scheinen sehr gut anzukommen und sorgen für Planungssicherheit. Generell ist es auf dem Campinggroudn ruhiger und gesitteter als die Jahre zuvor. Generatoren gehören für mich nach wie vor nicht auf ein Camping Gelände, aber leider sind diese immer noch erlaubt. Komisch nur, dass sie immer vom eigenen Camp weg stehen und meist beim Nachbarn fast schon im Pavillon. Hauptsache Strom, der Lärm ist egal.
Daneben kann man aber gleich die allgemeine Freundlichkeit der Rockharzer hervorheben. Ein kleines Festival, was langsam gewachsen ist und wo sich mit der Zeit sehr viele Kontakte geknüpft haben. Nicht umsonst wird immer wieder der familiäre Charakter gelobt.
Vom Hotel666 sind bestimmt an die 100Leute mit von der Partie, teils wild verstreut über dem Camping Ground. Aber auch ohne konkretes Ziel findet man nachts immer Anschluss und Gesprächsrunden. Das Festival strahlt eine unheimliche kommunikative Wärme aus und ist somit eines der Lieblinge der Saison.

Nun aber wieder zum musikalischen.
Storm Seeker eröffnen, den Sturm haben sie aber zum Glück nicht im Gepäck. Das Wetter hat sich beruhigt.
Obscurity brüllen alsdann ihre Bergischen Lieder von der Bühne. Sänger Agalaz hat leider wieder mit seinem In War zu kämpfen, der Show tut dies jedoch keinen Abbruch. Man darf gespannt sein, wohin sich die Band in den nächsten Jahren entwickelt, das war auf jeden Fall ganz großes Kino.
Etwas sportlicher wird es danach mit April Art. Wenn man früher einen Flummi aus dem Kaugummi Automaten zog, lag es auf der Hand, dass dieser möglichst hoch geschmissen und wild umher turnen sollte. Ebenso springt Sängerin Lisa Marie quer über die Bühne. Diese gute Laune Musik mag nicht für jeden etwas sein, aber komischer Weise funktioniert das heute ganz gut und das Publikum ist sichtlich angetan. _
War Ektomorf vor ein paar Jahren noch der Geheimakt zum Mittwoch, spielen sie anno 2022 zur guten Mittagszeit 14:45. Unaufgeregt, aber souverän zocken sie ihr Set runter.
Mit Gerne und tankarg kommt dann mal wieder ein Urgestein auf die Bühne. Man muss die Frankfurter einfach gern haben und Spielfreude steht hier an erster Stelle. Das kommt auch dankbar beim Publikum an. Gerne wirkt, als hätte ihm die Zwangspause gut getan. Allesamt sehen frisch aus und rocken die Bühne.
Mit einem kurzen Abschweifung über Unleashed geht aus auch schon direkt zum Tageshighlight Nummer eins für mich. Insomnium verzaubern das Rockharz abermals und eine wundervoll düstere Melodic Metal Aura und wissen den Spagat zwischen ruhigeren und schnelleren Stücken die passende Rhythmik zu finden. Mit Betontod steht wieder so eine Band auf der Bühne, mit der ich wenig anfangen kann. Das Publikum scheint das größtenteils anders zu sehen. Also auch hier: Wem s gefällt, Bitteschön.
Nun aber alle mal die Ohren gespitzt und Buntstifte rausgeholt. Die meiste Band der Welt scharrt gleich vier Fotografen auf der Bühne um sich. Nach dem ersten Lied kommen dazu noch die ganzen Pressefotografen aus dem Graben und so ist gleich auch die Bühne mit den meisten Menschen an diesem Tage voll. Das humoristisch angehauchte Konzept funktioniert aller aller bestens und Stumpen hat mit seiner Tochter auch noch aktiv für Nachwuchs auf der Bühne gesorgt. Agnethe und er stimmen fleißig zum Duett, was dem Ohr gar wunderbar schmeichelt. Die große Traube vor der Bühne weiß den Auftritt standesgemäß zu würdigen. Ein gar wunderbares Eint auf diesem Festival. Großes Lob an die Knorkatoren für so viel Herrlichkeit.
Damit könnte man eigentlich das Festival abschließen. Allerdings kommen da noch Eisbrecher zum Zuge. Der eigentliche Headliner des Abends sorgt diesmal nicht mit Auto Kaufberatung sondern mit eher super viel Schmusemusik für Aufsehen. Die Eisbärchi Plüschfiguren zum Schluss dürfen natürlich ebenso nicht fehlen wie ein ausrastendes Publikum, dass souverän textsicher den Auftritt begleitet.

Mit Eluveiti verabschiedet sich das Rockharz Anno 2022 dann aber wirklich in die Nacht und zeigt zum Schluss nochmal einen fröhlich beschwingten Rausschmeißer.

Das Fazit des Festivals fällt dann wohl so aus: Alles richtig gemacht, Buddy und Dani. Großes Lob an die gesamte Festival Crew. An die vielen helfenden Hände vor und hinter, auf der Bühne. Es ist unglaublich, was da in jedem Jahr aufs neue auf die Beine gestellt wird. Danke für so ein geiles Festival.

Wir freuen uns auf 2023!
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